Wieviele Adler gibt es?

Ursprünglich waren Steinadler in Europa fast flächendeckend auch weit bis ins Alpenvorland hinaus verbreitet. Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann in Europa eine Welle der Verfolgung gegen fast alle großen Beutegreifer. Arten wie der Bartgeier, aber auch Wölfe und Bären wurden zu dieser Zeit in vielen Ländern ausgerottet oder zumindest dezimiert. Auch Adler wurden geschossen, mit Fangeisen und Giftködern getötet oder die Jungvögel aus den Horsten genommen. Aufgrund dieser Verfolgung, aber auch durch die starke Veränderung der Landschaft sind die Steinadlerbestände in Europa, wie auch in anderen Teilen der Welt teilweise dramatisch zurückgegangen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann ein langsames Umdenken: Beutegreifer wie der Steinadler wurden als integraler Bestandteil ihres Lebensraumes erkannt und unter Schutz gestellt. Heute sind die Steinadlerbestände überall dort wo sie überlebt haben und ihr Lebensraum noch intakt ist stabil, und teilweise sind in den letzten Jahren sogar deutliche Bestandszuwächse zu verzeichnen gewesen.

Österreich

Der derzeitige Gesamtbestand des Steinadlers in Österreich ist nur ungenau bekannt. Generell rechnet man mit einem Mindestbestand von 260 bis 360 Brutpaaren (BirdLife International 2004). Der Bestand wird momentan allgemein als stabil angesehen.

Italien

Der Bestand an Steinadlern in Italien wird auf ca. 476 bis 541 Brutpaare geschätzt (BirdLife International 2004). Der Bestand in den Apenninen scheint rückläufig zu sein, wohingegen der Bestand in den Alpen als stabil angesehen wird.

Die Alpen

Im gesamten Alpenbogen schätzt man den derzeitigen Steinadlerbestand auf ca. 1200 Brutpaare. Dazu kommen noch eine unbekannte Anzahl an unverpaarten Adlern und Jungvögeln. Mann kann heute davon ausgehen, dass die Steinadlerbestände in weiten Bereichen der Alpen stabil sind und alle geeigneten Lebensräume besiedelt wurden. Die Situation kann sich jedoch sehr schnell wieder ändern, sobald etwa größere Störungen in den Territorien auftreten, oder wenn gar die Bejagung wieder erlaubt wird. Die gezielte Überwachung der Bestände, wie sie z.B. in diesem Projekt durchgeführt wird, ist daher eine der wichtigsten Forderungen zum effizienten Schutz des Steinadlers in den Alpen.

Europa

Für ganz Europa (inklusive der ehemaligen Ostblockstaaten und dem europäischen Anteil Russlands) rechnet man mit ca. 8.400 bis 11.000 Brutpaaren (BirdLife International 2004).

Natürliche Bestandsregulation

Die Tatsache, dass revierbesitzende Steinadler umherstreifende Einzelvögel von optimalen Nahrungsgebieten ausschließen und so zu ihrer erhöhten Sterblichkeit beitragen, bzw. sie zum Abwandern bewegen, ist einer der entscheidenden Selbstregulationsmechanismen in Steinadlerpopulationen. Andererseits führen häufige Auseinandersetzungen zwischen Reviervögeln und umherstreifenden Einzeladlern dazu, dass die Gelege unzureichend bebrütet oder Jungvögel im Horst nicht optimal versorgt werden können und daher der Bruterfolg zurückgeht.


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